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Renault-Chef drängt auf „Marshall-Plan“ für europäische Elektrofahrzeuge

Paris – Der Vorstandsvorsitzende des französischen Autoherstellers Renault forderte am Dienstag einen europäischen „Marshall-Plan“, um die Einführung von Elektrofahrzeugen zu beschleunigen und den CO2-Ausstoß angesichts der chinesischen Konkurrenz zu reduzieren.

Das Nachkriegsprogramm der USA trug zum Wiederaufbau der westeuropäischen Volkswirtschaften bei, und Luca de Meo plädierte in einer Reihe von Vorschlägen für eine ähnliche Anstrengung, um vor den Europawahlen im Juni eine politische Debatte anzustoßen.

„Ein europäischer Marshallplan könnte eingeführt werden, um die Parkerneuerung zu beschleunigen und so den CO2-Ausstoß drastisch zu reduzieren“, schrieb er.

Er verglich es mit dem Post-Covid-Konjunkturprogramm der EU und sagte, ein spezieller europäischer Fonds könne Anreize für den Kauf neuer oder gebrauchter Elektrofahrzeuge finanzieren.

Europa will im Rahmen seiner Bemühungen, bis 2050 CO2-Neutralität zu erreichen, den Verkauf traditioneller Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor bis 2035 auslaufen lassen.

Aber angesichts „eines Ansturms von Elektrofahrzeugen aus China“, sagte de Meo, brauche der europäische Automobilsektor die Entwicklung einer Industriestrategie durch die EU, ähnlich wie sie es getan habe, um die Entwicklung des Flugzeugherstellers Airbus zu fördern, und wie es die Chinesen bei Elektrofahrzeugen getan hätten.

Insbesondere forderte er die Schaffung „grüner Wirtschaftszonen“ wie die Sonderwirtschaftszonen Chinas, in denen Unternehmen zusätzliche Subventionen und Steuererleichterungen erhalten, um die schnelle Entwicklung von Elektrofahrzeugen zu fördern.

Er forderte außerdem gemeinsame Anstrengungen zum Bau kleiner und erschwinglicher Fahrzeuge in Europa.

„Diese Autos würden auch die Luftqualität in Städten deutlich verbessern“, schrieb de Meo und wies darauf hin, dass jede vierte Stadt unter schlechter Luftqualität leide und 39 Prozent der Emissionen durch den Straßenverkehr verursacht würden.

Auch die Größe spielt eine Rolle, sowohl im Hinblick auf die Umweltauswirkungen als auch auf die Kosten.

„Jeden Tag mit einem 2,5 Tonnen schweren Elektrofahrzeug herumzufahren, ist eindeutig ein Umweltunsinn“, sagte de Meo.

Mittlerweile seien Kompaktwagen 20 bis 30 Prozent günstiger in der Herstellung, fügte er hinzu.

Es sind jedoch Anstrengungen erforderlich, um die Preise für kleine Stadtautos zu senken, da sie sich in den letzten zwei Jahrzehnten mehr als verdoppelt haben, während die Löhne deutlich weniger gestiegen sind. Außerdem sind Anreize und Finanzierungsmöglichkeiten erforderlich, um sicherzustellen, dass Verbraucher auf Elektrofahrzeuge umsteigen können.

Er schlug außerdem vor, dass die 200 größten Städte Europas Anreize schaffen sollten, wie etwa den kostenlosen Zugang für kleine emissionsfreie Autos und Lieferwagen, während andere Fahrzeugbesitzer dafür zahlen müssen.

Renault-Chef drängt auf „Marshall-Plan“ für europäische Elektrofahrzeuge