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Astronomen haben 9 neue Doppel-Cepheiden entdeckt

Die Messung von Entfernungen zu entfernten Objekten im Weltraum stellt Astronomen vor eine Herausforderung. Selbst die Bestimmung der Entfernung zu unseren Nachbarn im Universum – der Kleinen und Großen Magellanschen Wolke – bereitet gewisse Schwierigkeiten. Allerdings beginnen Wissenschaftler jetzt damit, sich Werkzeuge anzueignen, mit denen sie diese Entfernungen messen können. Ein solches Werkzeug sind Cepheid-Variablen, Sterne, die ihre Leuchtkraft in einem bestimmten Muster ändern. Über die physikalischen Eigenschaften der Cepheiden ist derzeit jedoch nur sehr wenig bekannt, was ihre Verwendung als Entfernungsmarker schwierig macht. Es wäre viel einfacher, ihre Eigenschaften anhand von Daten über binäre Cepheiden zu untersuchen, aber bis vor kurzem war nur ein Cepheidenpaar bekannt.

In einer neuen Arbeit stellten Forscher aus Europa, den USA und Chile die Ergebnisse von Messungen an neun weiteren binären Cepheiden vor. Dies reicht bereits aus, um die Eigenschaften dieser wertvollen Entfernungsmarker zu verstehen.

Wie herkömmliche Doppelsterne entstehen Cepheid-Binärsysteme, wenn zwei Sterne einander umkreisen. Die Eigenschaften dieser Systeme können sich erheblich unterscheiden, wenn die Helligkeitsänderungen der beiden Sterne unterschiedlich schnell und in unterschiedlichen Phasen erfolgen. Herauszufinden, welcher Stern sich in welche Richtung bewegt, sowohl relativ zu uns als auch voneinander, ist mit gewissen Schwierigkeiten verbunden. Die Beobachtung dieser Variablen erfordert lange Beobachtungszeiträume, und genau das stellt das neue Papier vor.

Die Forscher untersuchten neun mögliche Cepheid-Binärsysteme, die aufgrund der Schwierigkeit, die Daten der beiden Sterne voneinander zu trennen, nicht bestätigt werden konnten. Sie bezogen Daten aus der Datenbank Optical Gravitational Lensing Experiment (OGLE), die seit mehr als 30 Jahren von der Universität Warschau betrieben wird. Wissenschaftler haben die Anwesenheit von zwei separaten Sternen in jedem der vermuteten Doppelsternsysteme bestätigt.

Der erste Schritt besteht darin, diese neun Doppelsternsysteme in der Kleinen und Großen Magellanschen Wolke und der Milchstraße zu untersuchen. Der nächstgelegene befindet sich in der Milchstraße und ist nur 11 Kiloparsec (ungefähr 35.877 Lichtjahre) entfernt.

Eine detailliertere Untersuchung der Cepheiden kann Aufschluss über deren Herkunft, Zusammensetzung und Lebenszyklus geben. Die Autoren des Artikels weisen darauf hin, dass dies Teil eines langfristigen Projekts ist. Dieselben Wissenschaftler waren Teil des Teams, das ursprünglich 2014 das Vorhandensein des Cepheid-Binärsystems bestätigte. Das OGLE-Projekt sammelt weiterhin neue Daten und Forschungsergebnisse, die schließlich zur Entdeckung noch weiterer Cepheid-Binärdateien führen könnten.

Astronomen haben 9 neue Doppel-Cepheiden entdeckt